Handball: Eine geile Sportart

5 Fragen an Dominik Klein, Handball-Weltmeister 2007

In dieser Woche startet die Handball-Europameisterschaft. Das Turnier findet erstmals in Deutschland statt. Zu diesem Anlass haben wir dem ehemaligen Handballspieler und Weltmeister Dominik Klein zu einem Interview gebeten.

Dominik Klein im interview

Dominik Klein
Dominik KleinHandball-Weltmeister 2007

Du hast 2018 deine Karriere beendet. Was machst Du heute?

Dominik Klein: Aktuell bin ich als Experte während der Europameisterschaft bei der ARD als Experte im Einsatz. Beim bayerischen Handballverband unterstütze ich die Talentförderung und die Trainerausbildung. Außerdem habe ich den gemeinnützigen Handball-Campus in München gegründet. Wir wollen in Kindergärten und Schulen die Kinder für mehr Bewegung begeistern. Ab 2026 wollen wir in den Ganztagsschulen ein breites Sportangebot bieten. Dafür haben wir ein Crowdfunding gestartet und freuen uns natürlich über Unterstützung.

Wie hält sich ein ehemaliger Spitzensportler fit, der nach seiner aktiven Zeit nicht mehr täglich trainieren oder auf die Ernährung achten muss?

Dominik Klein: Wenn ich meine Tochter zum Kindergarten bringe, laufe ich neben ihrem Fahrrad her. Auf dem Rückweg drehe ich dann noch eine etwas größere Runde. So komme zwei bis drei Mal in der Woche zum Joggen. Zu Hause mache ich dann noch ein Workout.

Bei der Ernährung erwische mich ab und zu dabei, dass ich in die Muster von damals zurückfalle. Aber ich habe das Bewusstsein dafür, etwas weniger zu essen. Morgens starte ich mit einem guten Frühstück in den Tag und abends essen wir meist zusammen als Familie Abendbrot.

Warum bist Du Handballer und nicht Fußballer geworden? Da warst du auch nicht schlecht.

Dominik Klein: Ich durfte als Kind viele Sportarten ausprobieren. Ich war bei der Leichtathletik und beim Turnen, habe Tischtennis und Tennis gespielt. Es stimmt, beim Fußball war ich in der Jugend beim Probetraining bei Eintracht Frankfurt. Mein Papa hat aber immer wieder gesagt: Junge, du kannst nicht grätschen. Da die ganze Familie Handball gespielt hat, war das am Ende der Weg. Hinzu kommt, dass mein sechs Jahre älterer Bruder mein großes Vorbild war. Er hat es in der Jugend bis in die Nationalmannschaft geschafft.

Was fasziniert dich beim Handball?

Dominik Klein: Handball heißt, einen respektvollen Umgang zu Pflegen und mit Leidenschaft zu spielen. Diese Werte leben wir immer wieder in den Vereinen vor. Handballer sind sehr nahbar und können die dritte Halbzeit mit den Fans genießen. Die Europameisterschaft bietet die Chance, den Menschen zu zeigen, wie geil unsere Sportart ist.

Was ist bei der Euro 2024 von der deutschen Handballnationalmannschaft zu erwarten?

Dominik Klein: Dass die Mannschaft genau diese Tugenden an den Tag legt. Ein bedingungsloses Miteinander in der Abwehr, Kreativität, Spielwitz und Unbekümmertheit im Angriff. Dann schaut man da gerne zu und die Begeisterung kommt schier durch den Bildschirm.

Wer wird Europameister?

Dominik Klein: Die Favoriten kommen aus Skandinavien: Dänemark und Schweden plus Frankreich und Spanien. Wir haben an dieser Weltspitze mit Platz 5 bei der WM schon gekratzt. Daran gilt es anzuschließen. Vielleicht können wir den Team Spirit der Weltmeister-Basketballer aus dem letzten Jahr mitnehmen. Mit der Rückendeckung der Nation könnte uns eine Überraschung gelingen. Ich freue mich darauf.

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß bei der Europameisterschaft.

Michael Heimrich
Michael HeimrichDirektor
Jahrgang 1967, über 25 Jahre Berufserfahrung als Vermögensverwalter bei der Sparkasse Starnberg (Geschäftsstellenleiter, Bereichsleiter „Private Banking“), Bankhaus Löbbecke sowie bei der Gebhard & Co. Wertpapierhandelsbank AG (Aufbau des Bereichs „Private Banking“). Eintritt in die TOP Vermögen zum 01. September 2010.

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